Empowerment im Bezirk - eine Erfolgsgeschichte

Im November 1986 führte die WHO in Ottawa die erste internationale Konferenz zur Gesundheitsförderung durch und verabschiedete in diesem Rahmen eine Charta, die unter dem Motto „Gesundheit für alle im Jahre 2000“ bis heute beispielgebend ist. Zum ersten Mal wurden auf höchster internationaler Ebene die sozialen und politischen Dimensionen von Gesundheit thematisiert. Bisher beschränkte man sich im herkömmlichen biomedizinischen Verständnis von Gesundheit und Krankheit darauf, biologisch erklärbare und klinisch messbare Kriterien zur Bestimmung des Gesundheitszustandes anzuführen. Die Ottawa-Charta betonte nun jedoch die Bedeutung von Faktoren wie Wohlstand, Bildungsniveau, politische Teilhabe und soziale Integration für die positive bzw. negative Entwicklung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung. „Gesundheit“ bezeichnet demnach nicht mehr ein rein körperliches Wohlbefinden, das sich durch klinische Indikatoren abbilden lässt, sondern beinhaltet auch soziale und politische Einflussfaktoren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Eigenbeteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen, um krankmachende Lebensumstände zu beseitigen und damit ihre eigenen Gesundheitschancen zu erhöhen, als maßgeblich betrachtet wird.[1]

Daraus folgend sind die beiden zentralen Begriffe der Ottawa-Charta, welche nun bereits zum klassischen Repertoire in der Gesundheitsterminologie gehören, Partizipation und Empowerment:

„Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in der Lage ist, selber Entscheidungen zu fällen und Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die allen ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.“[2]

In der Praxis bedeutet dies, dass die Menschen durch bessere Information und gesundheitsbezogene Bildung lernen, mehr Einfluss auf ihre Gesundheit und ihre soziale Lebenswelt auszuüben. Im Laufe dieses Lernprozesses sollen die Beteiligten auch Veränderungen in ihrem Lebensalltag propagieren, die ihrer Gesundheit zugute kommen. Dieser Ansatz der Partizipation geht in eine völlig andere Richtung als das lange Zeit vorherrschende Konzept der Gesundheitserziehung. Während bei letzterem medizinische Fachkräfte – und hier vor allem Ärzte – als Vermittler gesundheitsbezogenen Wissens im Vordergrund standen, geht der partizipative Ansatz davon aus, dass Wohlbefinden und Gesundheit nur subjektiv definiert werden können. Die Bedeutung der Intervention von Fachleuten soll dabei nicht negiert werden; der Fokus der Intervention soll jedoch stärker auf die Befähigung (Empowerment) der Patienten und Bürger, über ihr Gesundheitsverhalten zu bestimmen, gerichtet werden.[3] .

Eines der Ziele, welches die Ottawa-Charta vorgab, lautete „Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen“. Die BürgerInnen sollten in ihren Nachbarschaften und Gemeinden in Planungs- und Entscheidungsprozesse mit eingebunden sowie dazu befähigt werden, Strategien für eine wirksame Gesundheitsförderung zu erarbeiten und umzusetzen. In der Charta werden die Menschen also dazu aufgefordert, sich kollektiv zu engagieren. Das wichtigste Instrument dieses Engagements ist – vor allem auf Gemeinde- und Bezirksebene – die Bürgerinitiative.

Auf der vierten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung in Jakarta im Juli 1997 wurde die Jakarta Erklärung für das 21. Jahrhundert verabschiedet, welche nochmals die Wichtigkeit gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen, also kollektiver Bürgerbeteiligung, betont. Insbesondere die Gesundheitsförderung im Setting (z.B. im Bezirk oder im Stadtteil) biete gute Möglichkeiten, umfassende Strategien zur Gesundheitsentwicklung praktisch umzusetzen. Unter den Prioritäten der Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert findet man zunächst die „Stärkung der gesundheitsfördernden Potentiale von Gemeinschaften und der Handlungskompetenz des Einzelnen“. In diesem Zusammenhang ist die Erkenntnis wichtig, dass Gesundheitsförderung nur von den Menschen selbst und mit ihnen verwirklicht, und nicht von oben verordnet werden kann. Ein weiterer Punkt auf der Prioritätenliste der Jakarta Erklärung ist die „Sicherstellung einer Infrastruktur für die Gesundheitsförderung“. Die organisatorische Basis für diese Infrastruktur bilden die verschiedenen Settings. Netzwerke, die sich der Gesundheitsförderung im Setting verschrieben haben, sind auf Multiplikatoren angewiesen, die über eine qualitätsvolle Ausbildung in diesem Bereich verfügen.

Ein Jahr nach der Verabschiedung der Jakarta Erklärung initiierte das Sozialmedizinische Zentrum (SMZ) Liebenau in Graz ein solches Netzwerk zur Gesundheitsförderung im Setting: die Gesundheitsplattform Liebenau. Ein Jahr später, 1999, stellte das SMZ einen Antrag an die Bezirksversammlung von Liebenau, um die Plattform als wesentliches Anliegen der Bezirkspolitik zu institutionalisieren. Ziel der Plattform sollte es sein, die WHO-Richtlinien in die Praxis umzusetzen und somit ein Empowerment der Bevölkerung Liebenaus zu erreichen. Liebenau als siebenter Grazer Stadtbezirk war und ist durch seine Randlage in vielen Bereichen benachteiligt. Es gibt kein Zentrum, das den Menschen als Treffpunkt dienen könnte, die Freizeitangebote sind – vor allem für Jugendliche – dünn gesät und Teile des Bezirks (wie etwa der Grünanger) werden überproportional von sozialen Randgruppen bewohnt. Der Ausländeranteil in Liebenau (ca. 10%) ist im Vergleich zum Grazer Durchschnitt gering. Der ehemals vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Bezirk wird nun – vor allem von den Bewohnern selbst – immer mehr als Industrie- und Durchzugsgebiet wahrgenommen. Auch ist der Anteil der öffentlichen Hand am Grundbesitz in Liebenau gering; die meisten Grünflächen sind in Privatbesitz. Weitere Probleme in Liebenau ergeben sich durch die schlechte Verkehrsanbindung und den Mangel an Radfahrwegen. Aufgrund der eben genannten Parameter ergab sich die Forderung nach einem Forum für gesundheitliche Belange im Bezirk.

Als logische Konsequenz wurde die Gesundheitsplattform vom Sozialmedizinischen Zentrum etabliert, das sich bereit erklärt hatte, Räumlichkeiten und Expertenwissen zur Verfügung zu stellen sowie die Organisation der Plattform zu übernehmen. Auf der anderen Seite erklärten verschiedene Liebenauer Vereine und Organisationen (Parteifraktionen, Bezirksvorsteher, Bezirksräte, Gemeinderäte, Pfarren, Schulen, Seniorenvereine, Bürgerinitiativen etc.), an der Gründung und Weiterführung der Plattform mitzuarbeiten. Außerdem sollte die Plattform ein offenes Forum für alle Liebenauer Bürgerinnen und Bürger sein, die in diesem Rahmen Weiterbildung in Bezug auf gesundheitliche Frage- und Problemstellungen erfahren würden, aber auch die Möglichkeit bekämen, ihre Anliegen und Probleme einer Öffentlichkeit vorzustellen. Der Tätigkeitsbereich der Gesundheitsplattform wurde von den Gründungsteilnehmern wie folgt beschrieben: Informationsaustausch, Diskussion, Beschluss von Aktivitäten bzw. Durchführung von Gesundheitsprojekten und vor allem Empowerment der Bevölkerung. Die Themen der einzelnen Treffen sollten nicht von Experten vorgegeben, sondern von den Teilnehmern selbst festgelegt werden. Die von allen Beteiligten gemeinsam verfasste Resolution der Gesundheitsplattform lautete:

Die Gesundheitsplattform Liebenau ist eine Initiative aktiver BürgerInnen des Bezirks, die sich zum Ziel gesetzt haben, gesundheitsrelevante Themen öffentlich zu diskutieren und gesundheitsförderliche, öffentlichkeitswirksame Aktionen im Sinne der Resolutionen der WHO zu ermöglichen. Dabei stützt sich die Gesundheitsplattform Liebenau auch auf das von der Stadt Graz angenommene Programm „Gesunde Städte“ des Regionalbüros Kopenhagen der WHO.

Inhaltliche Schwerpunkte

Bei der Eröffnungsrunde der Plattform im Jänner 1999 wurden vor allem drei Schwerpunkte festgelegt:

Als erster Schwerpunkt wurden die Probleme des Bezirkes Liebenau genannt, wie etwa der Informationsmangel in Liebenau, das Fehlen eines Zentrums, mangelnde gesundheitsbezogene Angebote etc. Ziel der Plattform sollte es unter anderem sein, den Bewohnern gesundheitsrelevante Informationen zukommen zu lassen und den Kontakt zu den Medien zu forcieren. Außerdem sollte eine bessere Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld geschaffen werden.

Als zweiter Punkt wurde die gesundheitliche Problematik von Kindern und Jugendlichen angesprochen. Diese fänden in Liebenau kaum Freizeit- und Erholungsangebote vor und würden an Bewegungsmangel, fehlender Motivation sowie an Alkohol- und Nikotinmissbrauch leiden. Das Ziel der gesundheitsfördernden Maßnahmen der Plattform sollte einerseits Bewegungserziehung und Information (auch der Eltern) sein und andererseits die Schaffung eines kinder- und jugendgerechten Umfeldes im Bezirk.

Als dritter Schwerpunkt wurde die Förderung sozial benachteiligter Gruppen genannt. Das Sozialmedizinische Zentrum arbeitet immerhin seit seiner Gründung auf der Grundlage von Befunden der Sozialepidemiologie, die nachweisen, dass Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status häufiger erkranken, ungesünder leben und früher sterben. Eine der Hauptaufgaben der Plattform sollte daher dieser Thematik gewidmet sein. Soziale und gesundheitliche Ungleichheit zu verringern ist ein langwieriger Prozess, der aber mit der Förderung der Partizipation von Bürgern aller sozialen Schichten eingeleitet werden muss.

Bereits im April 1999 fand erstmals eine Diskussion über die gesundheitlichen Belastungen im Bezirk Liebenau statt. An erster Stelle standen hier die erhöhte Staubbelastung und die Luftverschmutzung, verursacht durch Verkehr und Industrie. Liebenau als Grazer Randbezirk hat besonders mit dem Durchzugs-Schwerverkehr zu kämpfen. Auch der Flächenwidmungsplan war von Anfang an ein Thema der Gesundheitsplattform. Befürchtet wurde eine massive „Umwidmungswelle“ von landwirtschaftlichen Grünflächen zu Industriegebiet. Bemängelt wurde in diesem Zusammenhang das kaum vorhandene Engagement der Bewohner des Bezirks. Die Menschen ließen sich, so einige Multiplikatoren, nur schwer motivieren, da sie das Gefühl hätten, als Bürger keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Politik zu haben. Für das SMZ und die Gesundheitsplattform bot sich hier das wichtigste Aufgabenfeld, nämlich konsequent einen Empowerment-Ansatz zu verfolgen, der den Menschen die Möglichkeit geben würde, dieses Gefühl der Machtlosigkeit zu bezwingen.

Partizipative Methode als Arbeits- und Evaluationsgrundlage

Die Vorgaben und die Arbeit des SMZ stützten sich auf die Grundlagen der partizipativen Methode, also auf lokale Theoriebildung, lokale Evidenz und auf maßgeschneiderte Qualitätsentwicklungsmaßnahmen. Im Unterschied zur konventionellen Theoriebildung und Evaluation werden die Teilnehmer eines Präventionsprojektes bei der partizipativen Methode in alle Teilbereiche des Projektes mit eingebunden. Die Evaluation führen demnach nicht externe Experten durch, sondern Vertreter der Zielgruppe und Projektmitarbeiter.[4] Die Erfolgskriterien werden nicht durch im Voraus festgelegte Maßstäbe vorgegeben, sondern entstehen aus der Zusammenarbeit von Vertretern der Zielgruppe sowie Projektmitarbeitern und Experten. Diese handeln Kriterien aus, welche einen direkten Bezug zu den Bedürfnissen der Zielgruppe aufweisen. Die Berichterstattung muss gemäß der partizipativen Methode kontinuierlich erfolgen und für alle Kooperationspartner einsichtig sein. Die Ergebnisse werden nicht bis zum Abschluss der Evaluation unter Verschluss gehalten, sondern den Teilnehmern laufend mitgeteilt.

Der in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsplattform Liebenau entwickelte Gesundheitsbericht Wie gesund ist Liebenau? liefert ein anschauliches Beispiel für die partizipative Vorgangsweise. Bereits in der ersten Sitzung der Plattform im Jänner 1999 diskutierten die Teilnehmer darüber, dass es bis dato keinerlei Daten über den Gesundheitszustand der Liebenauer Bevölkerung gäbe. Es wurde daher vereinbart, einen Gesundheitssurvey durchzuführen, der Aufschluss über die weitere Vorgangsweise der Plattform geben sollte. Die Teilnehmerinnen der Plattform wollten zuverlässige Informationen über den Gesundheitszustand, die Versorgung, die Bedürfnisse und die Ressourcen der Liebenauer Bevölkerung gewinnen. Der Fragebogen sollte nicht nur das körperliche Befinden der Menschen erheben, sondern auch auf die Lebensqualität, die soziale Einbettung und die materiellen Verhältnisse eingehen. Eine Prämisse des Fragebogens zielte auf dessen Verständlichkeit ab – und auch die Ergebnisse sollten in einer Studie für alle Bevölkerungsgruppen verständlich zusammengefasst werden.

Die Ergebnisse der Liebenauer Gesundheitsstudie sollten der Gesundheitsplattform als Grundlage dienen, um weitere Aktionen setzen zu können. Bereits in der Planungsphase hatten die Teilnehmer der Gesundheitsplattform entscheidendes Mitspracherecht über Inhalt und Konzeption der Studie. Zur wissenschaftlichen Umsetzung, Durchführung und Interpretation der Studie wurden dann Experten herangezogen. Der daraus folgende, abschließende Gesundheitsbericht Wie gesund ist Liebenau? wurde zunächst intern im Rahmen der Plattform und in weiterer Folge einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Der Bericht fand große mediale Beachtung: Erstmals war über den subjektiven und objektiven Gesundheitszustand der Bewohnerinnen eines Grazer Stadtbezirks eine umfassende Erhebung durchgeführt worden. Die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes unterstützten internationale Forschungsresultate, wonach es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Krankheit und Schichtzugehörigkeit und auch schichtspezifische Unterschiede in der Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands gibt. In Liebenau gehörten die Pflichtschulabsolventen zur gesundheitlich am meisten benachteiligten Gruppe und Menschen mit geringerem Einkommen fühlten sich kränker, klagten öfter über Beschwerden und suchten auch häufiger einen Arzt auf als Menschen mit höherem Einkommen. Damit ergaben sich für die TeilnehmerInnen der Gesundheitsplattform weitere Diskussions- und Handlungsschwerpunkte. Zunächst sollte geklärt werden, welche Aufgabe dem Gemeinwesen in Hinblick auf die Ergebnisse des Gesundheitsberichtes zukomme. Die Politik war nun gefordert, sich stärker der Verhältnismedizin statt der Verhaltensmedizin anzunehmen und dafür Sorge zu tragen, dass auch einkommensschwache Personengruppen Zugang zum Gesundheitssystem und zur Gesundheitsbildung erhalten.

Die Feststellung eines Gesundheitsproblems und dessen Ursachen kann nach den Richtlinien der lokalen Theoriebildung nur vor Ort erfolgen.[5] Nach Wright muss eine lokale Theorie in Bezug auf die Formulierung eines lokalen Gesundheitsproblems folgende Kriterien erfüllen:

  • die Merkmale des Problems vor Ort konkret beschreiben
  • lokale Ursachen des Problems erläutern
  • die Grundzüge für eine Bekämpfungsstrategie umfassen, die einen unmittelbaren Bezug zum Problem und zu dessen Ursachen herstellt.

Wenn man die Themen der einzelnen Plattformtreffen analysiert, kann man feststellen, dass die Bevölkerung in Liebenau bereits sehr konkrete Vorschläge zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen hat. Die Forderungen betreffen hauptsächlich lokale Bereiche des Lebensumfeldes: Tempolimits auf Straßen im Wohngebiet, Verringerung der Verkehrsbelastung, Änderung des Flächenwidmungsplans, mehr Grünraum, Verbesserung der Luftgüte im Wohngebiet etc.

Empowerment und Bürger-Initiative

Im Folgenden soll kurz die Entwicklung der Liebenauer Bürgerinitiativen - und damit eine Chronologie des Empowerment-Prozesses durch die Plattform - dargestellt werden:

Im Juni 1999 verfolgte man mit dem „Liebenauer Naturspaziergang“ das Ziel einer Bestandsaufnahme der Grünflächen im Bezirk. Das Interesse der Bevölkerung war sehr groß und die fotographischen Eindrücke dieses Spazierganges wurden öffentlich in Form eines Info-Abends präsentiert.

Im Juli 1999 führten die BürgerInnen von Liebenau eine Verkehrszählung in der Liebenauer Hauptstraße durch und kamen zu dem Schluss, dass der Verkehrsstrom mit 17.000 Autos täglich das Radfahren und zu Fuß gehen in dieser Straße beinahe unmöglich machen. Insgesamt nahmen die Themen Luft und Verkehr im Laufe der Plattformtreffen einen immer größeren Raum ein. Wegen bekannt hoher Feinstaubwerte verlangten die TeilnehmerInnen der Plattform z.B. mehr Messstationen und eine Reduktion des Verkehrs in den Wohnstraßen. Da man in Liebenau viele Verkehrslasten für die Stadt Graz trägt, wird von den TeilnehmerInnen auch vermehrt ein Ausgleich dafür, etwa durch einen Ausbau der Freizeitangebote und Grünflächen, eingefordert.

Einen großen inhaltlichen Schwerpunkt der Plattformtreffen bildete ab dem Jahr 2000 das Stadtentwicklungskonzept (STEK). Dieses wurde den BewohnerInnen von Liebenau im Mai 2000 präsentiert und sollte nun im Rahmen der Gesundheitsplattform diskutiert werden, um eventuell Einsprüche formulieren zu können. Die Hauptkritikpunkte der Plattform-Teilnehmerinnen kreisen um die geplante Umwidmung der Grünflächen in Industriezonen. Im STEK, so die Einwendungen, seien keine Pufferzonen angelegt und auch kaum Freiflächen für die Nutzung des Grünraums vorgesehen. Da die Bürgerbeteiligung bei der Erstellung des STEK sträflich vernachlässigt worden war, wurden die Plattform-Teilnehmer selbst initiativ und verfassten eine Resolution, die auch von den Bezirksvorstehern unterstützt wurde. In der Resolution wurde von der Stadt Graz offiziell gefordert, den öffentlichen Verkehr als Gegenleistung dafür auszubauen, dass die geplanten Betriebsansiedelungen in Liebenau zusätzliche Kommunalsteuern für die Stadt einbringen.

Nachdem das STEK im Jahr 2001 beschlossen wurde und die Forderungen nach einer Erweiterung der Grünflächen und einer Verringerung der Industriezonen nicht berücksichtigte, begann sich eine Bürgerinitiative zu formieren. Ausgehend von einer Person, die mit dem SMZ in Verbindung trat und um organisatorische und inhaltliche Unterstützung ihrer Forderungen bat, entstand eine Unterschriftenaktion betreffend Einwendungen gegen das STEK und Umwidmung von Grünflächen. Die Einwendungen wurden von mehr als 1.000 Menschen in Liebenau unterzeichnet. Im Rahmen der Plattform wurde auch ein Offener Brief verfasst, der an die Stadtregierung appellierte, wirtschaftliche Interessen nicht der Lebensqualität der Bürger voranzustellen. Konkrete Forderungen des Offenen Briefs waren die Abhaltung einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Flächenwidmungsplan, die Einrichtung von Planungswerkstätten sowie die Beibehaltung von Grünzonen. Die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünflächen in Liebenau“ erhielt einen offiziellen Termin mit Gemeinderäten, Umweltpolitikern und Stadtplanern und es erfolgte eine Anhörung im Stadtsenat.

Ein großer Erfolg dieser Initiative war die Rücknahme eines Großteils der als Industriezone ausgewiesenen Flächen. Die Bürgerinitiative blieb aber weiterhin aktiv und bildete nun einen wesentlichen Teil der Gesundheitsplattform. Die Einrichtung einer dreimonatigen Luftgüteüberwachung im Winter 2002/ 2003 durch die Steiermärkische Landesregierung konnte von der Bürgerinitiative ebenfalls als Erfolg verbucht werden. Allerdings forderten die Bürgervertreter weiterhin eine ständige Luftgüte-Messung im Süden von Liebenau. Mit der Zeit schlossen sich weitere Bürgerinitiativen den Plattform-Treffen an und formierten sich schließlich zu einem gemeinsamen Forum „Pro Liebenau“. Später wurde daraus die Liebenau Union der Bürgerinitiativen (LUBI), welche aus 11 Einzelinitiativen bestand und im Rahmen einer Pressekonferenz im SMZ der Bevölkerung vorgestellt wurde. Gründungsziel der LUBI war es, die Anliegen und Forderungen aller Liebenauer zu vertreten. Aufgabe des SMZ war vor allem die Organisation der Treffen sowie die Information der Bevölkerung, der Politik und der Presse. Um ihren Interessen öffentlich Gehör zu verschaffen, griff die Union der Bürgerinitiativen sogar zu dramatischen Mitteln wie Demonstrationen und Straßenblockaden. Die Medien reagierten darauf mit Überschriften wie: „Letzte Warnung: Blockade soll jetzt Verantwortliche aufrütteln. Die Bürgerinitiativen von Liebenau lassen nicht locker: Sofortmaßnahmen gegen Staub und Lärm!“[6], „Bürgerinitiative droht mit Sturm auf das Rathaus!“[7] oder „Die Volksseele kocht über im Kampf gegen den Verkehrslärm im Südosten von Graz. Gestern kam es dort zur ersten Blockade!“[8]. Bezüglich Feinstaub konnten bis dato auch durch die zahlreichen Bürgerinitiativen nicht viel erreicht werden. Erfolgreich waren jedoch die Forderungen nach Temporeduktionen: Auf den das Wohngebiet umgebenden Straßen wurde eine Reduktion von 100 auf 60 km/h erreicht, auf einigen Straßen im Wohngebiet eine Reduktion von 50 auf 30 km/h.

Leitbild für einen „gesunden Bezirk“

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Plattform im Oktober 2003 wurde eine Art Zwischenevaluierung durchgeführt, in deren Rahmen die Teilnehmer ihre Einschätzung der vergangenen Jahre präsentieren sollten. Man war sich einig, dass die Schwerpunktsetzung der Plattform beibehalten und noch mehr Fokus auf den Zusammenhang zwischen Sozialem und Gesundheit gelegt werden sollte. Alle Teilnehmer schätzten die Regelmäßigkeit der Plattformtreffen und die konzentrierte Informationsweitergabe. Zu Stärkung und Durchsetzung der Anliegen der Liebenauer Bürgerinitiativen wurde gefordert, mehr Politiker und Entscheidungsträger aus dem Raum Graz einzubinden. Nach Ansicht der Bürgervertreter sollte die Gesundheitsplattform ständigen Druck auf die Politik ausüben und die Bevölkerung mit Informationen versorgen. Außerdem sollte die offizielle Verankerung eines „gesunden Bezirks Liebenau“ in Form eines Leitbildes entstehen, um den Forderungen der Plattform sowie der daraus entstandenen Bürgerinitiativen mehr Gewicht zu verleihen.

Wichtig war allen Beteiligten, dass diese „Gesundheitscharta“ konkrete Forderungen und Ziele enthalten solle. Im Juni 2004 wurden im SMZ Liebenau Themenbereiche festgesetzt, die auf den Grundlagentexten und bisherigen Aktivitäten der Plattform basierten. Bis zum Herbst 2004 sollten nun die verschiedenen Themenbereiche von den TeilnehmerInnen bearbeitet und ergänzt werden. Gleich zu Beginn wurden zwei Bedingungen an eine erfolgreiche Entwicklung des Leitbildes geknüpft: Die Charta sollte erstens vom Bezirksrat mitgetragen und mit beschlossen werden und zweitens lediglich eine Arbeitsgrundlage darstellen, die nachhaltige politische Konsequenzen zum Ziel haben müsse. Dies bedeute, dass die Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des Leitbildes nicht im Verantwortungsbereich der Bürgerinnen und Bürger liegen könnten, sondern von Politikern und Experten forciert werden müssten. Die Formulierungen im Leitbild sollten durchwegs positiv sein und konkrete Forderungen enthalten. Die Teilnehmer der Plattform einigten sich nach einigen Sitzungen darauf, folgende Kategorien in das Leitbild aufzunehmen:

  • Verkehr
  • Industrie und Gewerbe
  • Wohnen
  • Natur
  • Infrastruktur und Angebote im Bezirk
  • Soziales
  • Kinder und Jugendliche
  • BürgerInnenbeteiligung

Die Themenbereiche wurden durch konkrete Zielvorgaben strukturiert, beispielsweise für die Kategorie „Natur“ wurden Ziele festgelegt wie: „Erhaltung landwirtschaftlicher Betriebe in Liebenau“ oder „Murauen südlich und nördlich der Autobahn aufwerten“.

In den Jahren 2004 – 2008 wurde im Rahmen der Plattformtreffen weiter an der Erstellung und Umsetzung des Leitbildes gearbeitet. Zunächst wurden in den Sitzungen jeweils einzelne Kategorien herausgegriffen und deren Ziele genau definiert. Die Häufigkeit der Treffen wurde intensiviert, um möglichst bald eine gedruckte Fassung der Gesundheitscharta vorweisen zu können.

Im Juli 2006 konnte das Leitbild der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Obmann des SMZ, Dr. Rainer Possert, verwies anlässlich der Präsentationsveranstaltung darauf, dass „das Leitbild Gesundes Liebenau als Ergebnis einer langen und intensiven Arbeit engagierter Bürgerinnen und Bürger des Bezirkes Liebenau unter der Moderation des SMZ“ betrachtet werden könne. Dr. Gustav Mittelbach, Allgemeinmediziner und Gründungsmitglied des SMZ betonte, dass das Leitbild kein geistiges Produkt des SMZ Liebenau sei: „Wir verstehen uns in der Rolle der Mediatoren, die zwischen Bürgern und Politikern vermitteln. Wir haben die Ziele und Forderungen der Bürger gesammelt und zusammengefasst.“ Das Leitbild wurde im Rahmen der Veranstaltung an die anwesenden Stadt- und Bezirksräte übergeben und von der zuständigen Gesundheitsstadträtin als Maßnahme gewürdigt, die „unbedingt in die Grazer Stadtplanung einfließen sollte.“ Doch die Mühlen der Politik mahlen langsam. Mit der Neukonstituierung des Grazer Gemeinderates nach den Wahlen im Jänner 2008 entstanden auch neue Zuständigkeiten. Die Bezirksvertretung und die Bürgerinitiativen versuchen nach wie vor, die politischen Verantwortlichen in der Stadt Graz zu einer schrittweisen Umsetzung des Leitbildes Gesundes Liebenau zu verpflichten. Einige Forderungen wurden bereits umgesetzt wie etwa die Schaffung und der Ausbau von sicheren Radwegen im Bezirk, eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch Straßenbahn und S-Bahn, die Errichtung einer Park & Ride Anlage, die Nutzbarmachung der Murauen für Gehwege und Freizeitgestaltung, die Errichtung eines Rad- und Fußweges entlang des Petersbaches, die Renaturierung dieses Baches, die Gestaltung eines Sport- Spiel- und Skaterparks für Kinder und Jugendliche und die Ausweitung des Jugendzentrums im Bezirk auf neue, wintertaugliche Räumlichkeiten.

Einige der verlangten und auch realisierten Maßnahmen führen zu neuerlichen Debatten – ein Anzeichen dafür, dass im Bezirk nun vermehrt ein Klima für öffentliche Diskussionen herrscht: so wird etwa die geplante Errichtung einer Freizeitanlage im Süden von Graz unter Einbeziehung der Murauen von Naturschützern heftig bekämpft; hier prallen einerseits die Forderung nach einer Öffnung des Naturraums für die Menschen und andererseits die Forderung nach dem Schutz von Au- und Grünflächen aufeinander.

Im Jahr 2008 traten einige Teilnehmer der Gesundheitsplattform an das SMZ mit der Forderung heran, man möge am Grünanger – ein sozial benachteiligtes Quartier innerhalb von Liebenau – ein Gemeinde- und Kommunikationszentrum für alle Bezirksbewohner schaffen. Das SMZ forcierte dieses Bestreben mit Unterstützung der Bezirkspolitiker und konnte so eine Kooperation mit Magistratsämtern schaffen, die eine Vorreiterrolle für das Grazer Stadtgebiet einnimmt. Es werden dem SMZ und den Bewohnerinnen von Liebenau nun Räumlichkeiten zur gemeinsamen Nutzung mit den Ämtern zur Verfügung gestellt. Wohin dieser Weg führen wird, ist noch unklar – sicher ist aber, dass die partizipative Methode auch bei der Errichtung eines Kommunikationszentrums die Richtlinie bilden wird.

Evaluation

Die Wirksamkeit der partizipativen Methode, derer sich die Gesundheitsplattform Liebenau in der Vergangenheit bediente, wurde eben exemplarisch an konkreten Aktivitäten nachgewiesen. Versucht man nun eine Typisierung der Ergebnisse nach Nutbeam, so wirkt die Gesundheitsplattform Liebenau vor allem auf drei Ebenen der Gesundheitsförderung:

(1)   Gesundheitskompetenz

(2)   Soziale Maßnahmen und Einflüsse

(3)   Gesundheitsförderliche Politik und Organisation[9]

Wirkungsebenen der Gesundheitsplattform Liebenau, angelehnt an das Modell von Nutbeam:

  Gesundheitskompetenz Soziale Maßnahmen und Einflüsse

Gesundheitsförderliche Politik und Organisation

 

Indikatoren

Gesundheitsbezogenes Wissen, Einstellung und

Motivation, Verhaltensinterventionen, persönliche Fertigkeiten, Selbstwirksamkeit

Stärkung der

Bürgerbeteiligung (Empowerment, Partizipation), soziale Normen, öffentliche Meinung

Politische Absichtserklärungen, Gesetzgebung, Regulierungen, Mittelverteilung, Organisationsgestaltung
Maßnahmen in der Gesundheits-förderung

Bildung

z.B. Patienteninformation, gesundheitsförderliche Schulen, Massenkommunikation und –information

Soziale Aktivierung

z.B. Gemeinde- und GemeinschaftsentwicklungUnterstützung von Gruppen, gezielte Massenkommunikation

Interessenvertretung

z.B. politische Einflussnahme, politische Organisation und Basisarbeit, Überwindung von bürokratischen Hindernissen

Eine der wichtigsten Auswirkungen der Interventionen durch die Gesundheitsplattform Liebenau ist sicherlich die Stärkung der Bürgerbeteiligung im Setting. Wie bereits oben geschildert, haben sich die Bürger im Laufe der Plattformtreffen formiert, gemeinsam ihre Wünsche und Ziele für ihr Lebensumfeld festgesetzt und sich schließlich gemeinsam gegen geplante Maßnahmen zur Verschlechterung dieses Lebensumfeldes zur Wehr gesetzt. Die politisch Verantwortlichen wurden informiert und es erfolgte eine Änderung des Stadtentwicklungskonzeptes zugunsten der intervenierenden Bürger.

Auch die Entwicklung des Leitbildes „Gesundes Liebenau“ zielte darauf ab, eine Absichtserklärung von Seiten der Politik einzufordern. Es wurden konkrete Forderungen formuliert, von denen einige bereits auf der Ebene der Stadtplanung verwirklicht werden konnten.

Die Vermittlung gesundheitsbezogenen Wissens durch die Plattform erfolgte beispielgebend mit der Vorstellung des Gesundheitsberichtes Liebenau, der genug Anlass zur weiterführenden Auseinandersetzung mit medizinischen und vor allem sozialmedizinischen Belangen bot. Der Bedarf an zielgruppenspezifischen Verhaltensinterventionen kann aus den Ergebnissen des Berichtes abgeleitet werden: So ergaben die Untersuchungen auch auf Bezirksebene Befunde, die dem internationalen Forschungsstand entsprechen (vgl. etwa Richard Wilkinson et al.): Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Krankheit und Schichtzugehörigkeit und auch spezifische Unterschiede in der Selbsteinschätzung bzgl. Gesundheit, Lebensqualität und der Häufigkeit von Krankenständen. Pflichtschulabsolventen sind die gesundheitlich am stärksten benachteiligte Gruppe, fühlen sich kränker und suchen häufiger einen Arzt auf.[10]

Im Zusammenhang mit den Maßnahmen der Gesundheitsförderung verfolgt die Plattform hauptsächlich die Punkte Bildung und Soziale Aktivierung. Veranstaltungen zu medizinischen Themen dienen der Patienteninformation und werden in den Medien öffentlichkeitswirksam aufbereitet. Die Themen selbst werden dabei oft von den Teilnehmern der Plattform eingefordert und in der internen Zeitschrift SMZ Info behandelt. Die Zeitschrift wird kostenlos an ca. 1300 Interessierte versandt und dient auch der Patienteninformation. Die Gesundheitsplattform fungiert als Drehscheibe für die Initiierung und Betreuung einzelner Projekte im Bereich Bildung und Soziale Aktivierung wie etwa des Schulprojekts Sturz und Fall[11] oder des Seniorenprojekts Gemeinsam statt Einsam.[12] In diesem Zusammenhang wird intensiv mit lokalen Institutionen wie Schulen und Pflegediensten als Kooperationspartner des SMZ und der Gesundheitsplattform zusammengearbeitet.

Die Gesundheitsplattform vertritt auch die Interessen der Liebenauer Bevölkerung vor politischen Institutionen und hilft, bürokratische Hürden zu überwinden: Einwendungen werden im Rahmen der Plattform formuliert und juristisch geprüft, Termine mit politischen Organisationen und Ämtern werden organisiert und Offene Briefe und Stellungnahmen werden von anwesenden oder hinzugezogenen ExpertInnen verfasst.

Conclusio

Abschließend kann gesagt werden, dass die Gesundheitsplattform Liebenau im Laufe der letzten zehn Jahre eine Erfolgsgeschichte schrieb, die im Sinne der WHO das Empowerment der regionalen Bevölkerung im Setting Bezirk zum Ziel hatte und dabei auf verschiedenen Ebenen wirksam wurde. In Folge der zahlreichen Treffen und Aktivitäten der Plattform konnten das gesundheitsbezogene Wissen der Bevölkerung und – noch wichtiger – der Handlungsspielraum der einzelnen Menschen erweitert werden. In den vergangenen zehn Jahren kam es zu einer Selbstorganisation und Selbstaktivierung von Bürgern, die für ihre gesundheitlichen und sozialen Interessen öffentlichkeitswirksam eintraten und politische Instanzen zum Handeln aufforderten. Zahlreiche kleine und große Schritte wurden getan, viele Forderungen der „befähigten Bürger“ müssen aber noch umgesetzt werden. Es ist zu wünschen, dass sich der Elan und Kampfgeist der Liebenauer Bevölkerung in den nächsten Jahren fortsetzt, wenn es darum geht, die eigene Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern!

[1] Vgl. Wright, Michael T., „Auf dem Weg zu einer theoriegeleiteten, evidenzbasierten, qualitätsgesicherten Primärprävention in Settings“, in: Jahrbuch für Kritische Medizin 43 (S. 55 – 73), 2006, S. 55.

[2] OTTAWA CHARTA 1986.

[3] Vgl. Wright, Primärprävention in Settings, S. 55 -56.

[4] Vgl. ibid., S. 66ff. in Anlehnung an Springett (2003).

[5] Vgl. Wright, Primärprävention in Settings, S. 68.

[6] Grazer Woche, 7. März 2004.

[7] Grazer Woche, 23. Mai 2004.

[8] Kleine Zeitung, 6. November 2003.

[9] Vgl. Nutbeam in: Ahrens, Dieter/ Goldgruber, Judith/ Erfkamp, Henning, „Neue Wege. Prävention statt Kuration. Evidenzbasierung gesundheitsbezogener Interventionen in Gesundheitsförderung und Prävention.“, S. 85 – 93, in: Soziale Sicherheit, Februar 2008, S. 89.

[10] Vgl: Wie gesund ist Liebenau?, Gesundheitsbericht des Sozialmedizinischen Zentrums, Graz 2001.

[11] Im Projekt „Sturz und Fall“ lernen Mädchen in den beiden Hauptschulen des Bezirks im Rahmen des regulären Turnunterrichts mit Hilfe geschulter Hapkido-Trainer, sich selbst zu verteidigen, ihre Körperwahrnehmung zu verbessern und in Gefahrensituationen richtig zu reagieren. Initiiert und begleitet wird das Projekt vom SMZ.

[12] Dieses Projekt wird gemeinsam mit dem BG und BORG Graz Liebenau durchgeführt: SchülerInnen begleiten alte Menschen im Bezirk, besuchen sie, gehen einkaufen, plaudern mit ihnen etc.