Unsere Fallkonferenzen…
…finden einmal pro Monat statt und sind für alle Mitglieder des SMZ-Teams verpflichtend.
ÄrztInnen, Assistentinnen, Sozialarbeiterinnen, JuristInnen, Soziologin, Physiotherapeutin und PsychotherapeutInnen widmen sich interdisziplinär gemeinsam betreuten Fällen.
Ergänzend zu den konkreten Falldarstellungen werden themenrelevante Kurzreferate von den MitarbeiterInnen gehalten.
Ziele der Fallkonferenz:
* Qualitätssicherung durch Überprüfen verbindlicher Therapiestandards
* Erhebung und Austausch schwieriger Betreuungssituationen
* Verbesserung des professionellen Handelns
* Reflexion der eigenen Handlungsmuster
* Entlastung für die MitarbeiterInnen
* Verbesserung der Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen
* Verbesserung der Betreuungssituation für PatientInnen
* Anerkennung unterschiedlicher Berufskompetenzen
* Bereicherung der eigenen PatientInnenwahrnehmung durch die verschiedenen Blickwinkel der jeweiligen Berufe
Fallbeispiel Familie F.
Herr F. befand sich nach einem Herzstillstand mit gelungener Reanimation im Wachkoma und wurde von Frau F. daheim gepflegt. Die Intensivpflege rund um die Uhr wurde anfangs von den Pflegefachkräften des SMZ Liebenau unterstützt, dann aber von Frau F. auf eigenen Wunsch zunehmend selbst übernommen.
Anlass für die Darstellung in der Fallkonferenz war die psychische und physische Überforderung von Frau F. Die Problemerfassung durch die einzelnen Berufsgruppen des SMZ, die mit Familie F. arbeiteten ( Pflege, Physiotherapie und Sozialarbeit) machten die Problemstellung sichtbar: die Belastung durch die körperlich anstrengende 24-Stunden-Pflege wurde durch das Gefühl der sozialen Isolation verstärkt.
Im Rahmen der Fallkonferenz wurde vorgeschlagen, der Familie eine Helferkonferenz anzubieten. Familie F. und alle professionellen Betreuungspersonen planten in zwei folgenden Helferkonferenzen eine Reihe von Entlastungsschritten: Die professionelle Pflege wurde wieder verstärkt, Pflegehilfsmittel (Hebelifter, Rollstuhl und ein Treppensteigegerät) konnten mit Hilfe des Sozialarbeiters finanziert werden. So hat Frau F. heute Zeit für sich, kann aber auch mit ihrem Mann im Rollstuhl das Haus verlassen.