Das neue SMZ-Info ist da!

Aktuelle Downloadausgabe des SMZ-Info

Editorial von Rainer Possert

Dieses SMZ-Info  konnte gerade noch vor unserem Urlaub fertig gestellt werden, leider ist es aus betriebswirtschaftlichen Gründen notwendig,  das Zentrum als Ganzes für drei Wochen zu schliessen. Um ein Gesundheitszentrum für Allgemeinmedizin durchgehend (bis in die Abendstunden, an Wochenenden und Urlaubszeiten betreiben zu können) müssten, wie in England üblich, mindesten fünf ÄrztInnen und entsprechend zusätzliches Personal zur Verfügung stehen, um einen gut funktionierenden „Radldienst“ auf die Beine stellen zu können. Allerdings besteht  von Seiten der „ReformerInnen“ nicht das geringste Interesse an der Errichtung derartiger Zentren, geht es doch darum, die Kosten in der Versorgung immer weiter herab zu setzen.

Die im Juli angefachte Diskussion in den Medien  um den Kostenersatz bei den Krankentransporten hat ohnehin einen mir bisher nicht bekannten  moralischen Tiefpunkt erreicht, jedoch klar gemacht, was von den ehemaligen ArbeiternehmervertreterInnen in der Steiermärkischen GKK zu halten ist: Es war ihnen schlicht und einfach egal, wie  sich z.B. eine alte, alleinstehende, sehbehinderte Patientin, ein Schlaganfallpatient, eine sprachunkundige Migrantin oder eine psychisch erkrankte Person den Kostenersatz für die Rettung hätte organisieren können. Hauptsache, einige ChefInnen in der  GKK können weiterhin „Gewinne, Gewinne“ hinaus posaunen und sich ihren neoliberalen KollegInnen in der Wirtschaft oder in den Zeitungen andienen.

Nach  dem gleichen kaltschnäuzigen  Motto werden vor allem ArbeiterInnen bereits nach wenigen Tagen Krankenstand in autoritärer Schreibweise zu den Chefärztinnen zwecks Kontrolle der Krankenstandsdauer zitiert, als ob nicht der Hausarzt besser wüsste,  wie lange die Patientin Ruhe benötigt. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich: „höhergestellte“ Kranke können durchaus mit humanitärer Milde der Kontrollpersonen in der GKK rechnen.

Leider zeichnen die Berichte zur 2-Klassen -Sachwalterschaft oder der „Verwaltung“ von Drogenkranken ein Bild der Vernachlässigung armer Personengruppen -  statt „Inklusion“ – Ausschluss!

Unsere Erfolge in der sehr umfassenden medizinischen Versorgung unserer PatientInnen, der Arbeit vor Ort am Grünanger, in der Eisenbahnersiedlung und im Schönauviertel, die ganz hervorragende Vernetzung mit den Schulen vor Ort, sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Ursachen des „Übels“ von Krankheit und vorzeitigem Tod in der sozialen Ungleichheit und einer himmelschreienden Ungerechtigkeit

begründet sind. Hier der Siemens-Manager mit neun Millionen Euro (= 120 Millionen  Schilling) „Abfertigung“, dort der 50 jährige Arbeitslose, der sich weder Zahnersatz noch Physiotherapie leisten kann und noch dazu vom AMS in „Schulungen“ mit Anwesenheitszwang und (de facto) Ausreiseverbot gequält wird.

Nunmehr haben wir es auch gut erforscht und schriftlich: die Reichen in Österreich sind reicher als bisher angenommen - sie hatten in der Bundesregierung und in den Landesregierungen ganz hervorragende VertreterInnen, die Medien (die „vierte Gewalt“) und die Werbewirtschaft werden dafür sorgen, dass es  nach den nächsten Wahlen dabei bleibt.

Rainer Possert

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Inhaltsverzeichnis:

Bericht Lager Liebenau
Brunch und Interviews mit Zeitzeugen
Depot Grün Green Anger

Erste Hilfe: Was muss man, was darf man, was kan man tun
Kosten der Sucht
Neue Veranstaltungsreihe: Junge Ideen für die Sozialmedizin
"Integrierte Gesundheitsversorgung am Besipiel des SMZ-Liebenau"
Jung, süchtig, I-Pension

SMZ-Stadtteilzentrum am Grünanger: Geschichte
Stadtteilzentrum Schönau

Berichte: Sommerfeste VS Schönau und am Grünanger
Siedlungsfest in der Eisenbahnersiedlung

Musiktherapie im SMZ

Aufgeschnappt: Kritisches aus der Forschung

Gemeinsam statt Einsam

Vorstellung Turnusärztin

Das sozialmedizinische Zentrum Liebenau im Jahr 2012
Unsere Angebote