Sta.ges - Stadtteil-Gesundheit für alle (2008-2011)

Das Projekt Stadtteil-Gesundheit für alle, kurz Sta.ges, war ein dreijähriges Gesundheitsförderungsprojekt (2008-2011), das im Setting Stadtteil (Grünanger und Schönau in Graz) durchgeführt wurde. Gefördert wurde das Projekt vom Fonds Gesundes Österreich und dem Land Steiermark/ Gesundheit. Hauptziel des Projekts war es, den Menschen im Projektgebiet die Möglichkeit zu geben, gesundheitlich aktiv zu werden und soziale Netzwerke aufzubauen.

Nach drei Jahren Laufzeit konnte vieles bewegt werden:  die Menschen sind nun besser in ihrem Wohnumfeld verankert, sie haben nachbarschaftliche Kontakte geknüpft, bestehende Netzwerke genützt und konnten in gesundheitsförderlichen Projekten und Initiativen aktiv werden.

ORF Steiermark Hörbeitrag: "sta.ges"

Poster-Präsentation zum Projekt

Projektbericht "sta.ges"

Gesundheitsförderung in drei Jahren - Was haben wir erreicht?

Um Segregation zu vermeiden, haben wir mit unserem Projekt bewusst versucht, nicht nur spezielle Zielgruppen anzusprechen, sondern einen gemeinschaftlichen Ansatz zu wählen. Mit den Stadtteilfesten und dem Projekt "Brunch am Grünanger" konnte erreicht werden, dass  Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrund, Alter und Geschlecht eine Gemeinschaft bilden, deren verbindendes Element die Zugehörigkeit zu einem Stadtteil ist.
Das Stadtteilzentrum am Grünanger entwickelte sich in den letzten drei Jahren zunehmend zur Anlaufstelle für beide Projektgebiete, sodass Orte geschaffen werden konnten, an denen sich die Menschen treffen, sich gesundheitsförderlich betätigen und an der weiteren Projektentwicklung beteiligen können. Von den ProjektteilnehmerInnen wurde immer wieder die nette Gemeinschaft hervorgehoben, was unserer Leitidee, soziale Netzwerke zu knüpfen, entspricht und zeigt, dass dies für die Menschen sehr wichtig und für die Gesundheit unerlässlich ist.
Des Weiteren wurde vor allem durch die Erfolge bei unseren Deeskalationstreffen ersichtlich, dass es oft nur darum geht, eine Anlaufstelle zu haben, die alle Beteiligten kennt, deren Personal ihnen zuhört und sie zuständige Stellen weiter vermittelt.

Mit dem Projekt konnte also ein Netzwerk errichtet werden, das es den Beteiligten ermöglicht, Ansprechpartner für die Bereiche Soziales und Gesundheit zu kennen und zu nützen. Dies war vor allem dadurch möglich, dass das SMZ bereits seit mehr als 25 Jahren im Gebiet tätig und gut vernetzt ist.

Brunch am Grünanger

Ein Garten für Alle!

Walken Sie mit Uns!

Welche Maßnahmen wurden durchgeführt?

- Gründung von Stadtteilplattformen: Im November 2008 wurden die maßgebliche MultiplikatorInnen der beiden Projektgebiete (40 Personen aus den Bereichen Jugend, Polizei, Pflege, Politik) eingeladen, um über die Ressourcen und Probleme des Gebietes zu diskutieren. Seither finden regelmäßig Stadtteilplattformen mit Einbeziehung der Bevölkerung zu verschiedenen Themen statt.

Folgende Wünsche und Ideen der Bevölkerung konnten mit Hilfe der Plattform umgesetzt werden:

  • Der Garten am Grünanger wurde gemeinsam mit ProjektteilnehmerInnen gestaltet und für AnrainerInnen frei zugänglich gemacht (Präkarium mit der Stadt Graz)
  • Es wurden soziale Treffpunkte geschaffen (z.B. der wöchentlich stattfindene Brunch am Grünanger)
  • Es wurde ein Postpartner im Gebiet Grünanger gefunden (Apotheke)
  • Wir führten einige Veranstaltungen durch, welche den Ruf des Grünanger verbessern sollten (Veranstaltung zu Straßennamen am Grünanger, mit Prof. Karl Kubinzky, Veranstaltung mit der Polizei vor Ort, Veranstaltung zur Gartengestaltung etc.)
  • Es wurden runde Tische mit Anrainern, Schule, Polizei, Schlupfhaus und Bezirksvertretung einberufen und Probleme im Wohngebiet direkt angesprochen
  • Es wurde zweimal ein "Gemeinsames Musizieren und Singen von Eltern und Kindern in der Voksschule Schönau" veranstaltet

- Stadtteilfeste: Wir konnten im "Garten für Alle!" bereits drei Stadtteilfeste durchführen, die sehr gut besucht waren. Thema: Lebensqualität ist Gesundheit!
Drei weitere Feste führten wir in Kooperation mit der Volksschule Schönau am Schulgelände durch. Um die Wünsche und Ideen der Menschen im Stadtteil zu erfahren, führten wir ein Gewinnspiel mit dem Titel "Deine Idee - Dein Stadtteil" durch. Die besten Ideen wurden mit € 100.- Warengutscheinen belohnt. Wir bekamen über 100 Anregungen, Wünsche und Ideen, die wir nun schrittweise umsetzen.

Die drei Gewinnerideen lauteten: einen Beach-Volley-Platz zu errichten, für eine öffentliche Schwimmgelegenheit in der Gegend zu sorgen und den Garten gemeinschaftliche zu nützen und öffentlich zu machen.

- Schulen als Netzwerkpartner: Wir führen weiter Projekte mit und für Schulen im Projektgebiet durch (z.B. "Sturz und Fall", Stadtteilfeste etc.). Unsere Initiative führte bereits zur Gründung eines Elternvereins an der Volksschule Schönau, zu musikalischen Treffen mit Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen, zu einer Neugestaltung des Spielplatzes, zur eigenständigen Veranstaltung von Schulfesten etc.

- Deeskalationstreffen: Einberufung eines runden Tisches mit Polizei, Anrainern, Schule, Schlupfhaus
Siedlungstreffen zum Thema: "Nachbar schafft Sicherheit"
Thema: Mülltrennung, Kooperation mit ProHealth
Thema: "Was darf mein Kind? Welche Rechte hat es? Was muss ich drüber wissen?", Kooperation mit Jugendamt Stadt Graz
Thema: "Wie werde ich Hausbesorger und welche Aufgaben habe ich da?", Kooperation mit GWS
Thema: "Gesund wohnen in Österreich"

- Konstruktive Ideen aus der Bevölkerung: Beim Stadtteilfest in der Schönausiedlung wurden ebenfalls einige Ideen und Wünsche für die Umgestaltung des Stadtteils geäußert. Neben allgemeinen Themen wie der Forderung nach einer Hundewiese , nach Gehwegen und Zebrastreifen sowie einer Sicherung des Spielplatzes , wurden ganz konkrete Vorschläge gemacht: den Spielplatz neben der Schule behindertengerecht umzugestalten und zu verschönern oder den Zugang zum großen Spielpark in der Siedlung für alle zu erleichtern. Massiv wurden auch Deutschkurse für Eltern in der Schule gefordert.